• Sibylle Von Burg

Calma – die Grossartige

Meine erste Freundin, die zu mir nach Hause kam, hiess Calma. Das war natürlich besonders aufregend für mich. Als ich nach Mulhouse mitfuhr um Calma abzuholen und ich sie das erste Mal sah, wirkte sie völlig verängstigt. Das verwunderte mich sehr. Doch ich merkte schnell, dass dies nicht von ungefähr kam.


Calma hatte bis zu unserem Kennenlernen kein schönes Leben. Sie wurde als etwa einjährige Hündin in Spanien über einen Zaun geworfen. Sie wurde dann ins Tierheim aufgenommen und aufgepäppelt. Leider schien für sie Möglichkeit, adoptiert zu werden, aussichtslos. Calma blieb 6.5 Jahre im Tierheim.


Nun sollte diese liebe, holländische Schäfermixdame in der Schweiz zum ersten Mal erfahren, was es heisst, ein Zuhause zu haben. Ich war sehr erstaunt, was für Calma alles neu und unbekannt war. Kleine und für mich selbstverständliche Dinge kannte sie nicht und war für diese unheimlich dankbar. Zum Beispiel ihr Bettchen, das sie von unserem Mami zum Schlafen bekam.

Ich wäre anfangs am liebsten nur durch die Wohnung gesprungen und hätte gerne mit ihr gespielt, aber Calma genoss es viel mehr ein weiches Plätzchen zum Schlafen zu haben. So lernten wir uns langsam kennen.


Immer mehr merkte ich, dass sie mit ihren fast 8 Jahren noch nicht viel von unseren Benimmregeln kannte. Deshalb lernten wir täglich zusammen. Wir liefen zusammen an der Leine, kuschelten uns auf der Rückbank im Auto zusammen und übten viele Kunststücke, die mit leckeren Guddis belohnt wurden. Ich musste fast aufpassen, dass ich mithalten konnte. Denn Calma lernte sehr schnell und mein Mami und Papi hatten viel Freude an ihr.


In unserem Rudel fühlte sich Calma immer wohler, fasste Vertrauen und gewann Sicherheit. Vor allem mit Mami verbrachte sie sehr gerne die Zeit, sie folgte ihr auf Schritt und Tritt. Aber dies war für mich kein Problem, sie hatte bis anhin ja kein Mami und ich teilte sie gerne.


Jedoch einige fremde Menschen waren ihr nicht so sympathisch. Das fand ich sehr eigenartig, denn ich liebe alle Menschen. Das versuchte ich Calma zu zeigen.


Ihr Umgang mit mir und anderen Hunden, das merkte ich rasch, war nicht so verspielt und wild, wie ich das sonst von meinen jungen Kameraden kannte. Nein, Calma war ruhig und selbstbewusst unter den Gleichgesinnten und machte mir schnell klar, wenn ich zu rüpelhaft oder ungezogen war. Das gefiel mir nicht immer, aber ich hätte mich niemals getraut, es Calma zu zeigen. Gemein war sie natürlich nie zu mir. Ich wusste in diesen Momenten eigentlich ganz genau, was ich falsch gemacht hatte. So lebten wir ein paar Monate zusammen und hatten viel Spass an Ausflügen, Kuschelnachmittagen oder auch im ganz normalen Alltag.

Vor ein paar Wochen dann fand mein Mami ein wunderbares Plätzchen für meine Freundin Calma. Mir wurde erzählt es sei das perfekte Zuhause für sie.


Calma habe dort liebevolle Zweibeiner, die ihr die volle Aufmerksamkeit schenken und für ihr weiteres Leben gut sorgen werden. Das machte mich ein wenig traurig, denn ich hatte sie in der Zwischenzeit sehr in mein Herz geschlossen. Was mich aber tröstet, ist, dass so wieder ein neuer Kamerad aus Spanien bei uns Unterschlupf finden kann.

Ich wünsche meiner Freundin Calma nur das Beste für die Zukunft!!!


Max

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