• Sibylle Von Burg

(4) Ich bin Blanca, eine Leishmaniose-Hündin (von Margrit Haederli)

AUTOR: Margrit Haederli, mit Unterstützung von meiner „Chügeli-Tierärztin“, Dr. med. vet. Ruth Graf

Zurück aus den Ferien kamen dann noch zwei weitere Familienmitglieder zu uns….der „Peterli“ und der „Filou“.

Peterli ist ein roter Kater, ein ganz süsser…..finden jedenfalls meine Eltern. Für mich ist er eine Konkurrenz zum „Schmuse-Kontingent“. Aber er schmust eher mit Margrit..und ich….oh reines Glück…..darf inzwischen vermehrt mit Walter schmusen. Ja, in den Ferien durfte ich zu Walter aufs Sofa, manchmal sogar ein bisschen ins Bett. Das ist für mich das Grösste. Und Frau Dr. Graf ist der Meinung, dass dieses Glück….. nun wieder zuhause…..nicht mehr eingeschränkt werden darf, denn das würde für mich einen Riesenstress bedeuten. Somit darf ich inzwischen auch zu Margrit aufs Sofa beim Fernsehen.


Das zweite , „neue“ Familienmitglied kenne ich eigentlich schon lange. Der „Filou“ ist ein reinrassiger

„Phalène“, eigentlich wohnhaft in Basel, beim Sohn von Margrit. Er ist ein richtiges Stadtkind. Er meint immer, er sei etwas Besseres. Jedoch hat er sich hier schnell an ein richtiges Hundeleben gewöhnt. Seine Gewohnheit, alles zu verbellen, was nicht niet-und nagelfest ist, ist zwar geblieben und mich nervt es manchmal und oft macht es auch Spass, einfach hemmungslos mitzukläffen.

Filou musste sich auch an eine neue, pflegeleichte Frisur gewöhnen, denn sein langes, leicht verfilzendes Haar, wird von Margrit immer weiter zurückgestutzt. Somit sieht er immer mehr nach „normalem“ Hund aus, was zur Folge hat, dass er sich einerseits weniger überheblich benimmt, und andrerseits die Vorteile eines richtigen Hundelebens mit herumrennen, Löcher graben, baden etc.in vollen Zügen geniesst.


Inzwischen galt es aber jetzt, für mich einen langfristigen Behandlungsplan zu erstellen. Denn wie schon die Aerzte der Tierklinik von Anfang an betont haben, wird ein richtig leishmaniosekranker Hund immer ein Patient bleiben. Richtig leishmanosekrank heisst, dass die Erreger, die im Blut zirkulieren, nachweisbar sind. Dafür gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden. Die Darstellung der Eiweisse im Blut in Form einer Elektrophoresekurve ist in dieser Beziehung sehr aufschlussreich. Die Prognose für einen Behandlungserfolg ist recht gut, wenn die Organe noch gesund sind und in diesem Fall die Chance besteht, dass die Behandlung, kurzfristig auch mit der starken Chemikalien gut vertragen wird.

Die Organe können mit alternativmedizinischen Massnahmen, unter anderem mit Homöopathie, gestützt und geschont werden.


Ein weiteres Kapitel ist das Abwehrsystem. Es herrschen verschiedene Ansichten, ob das Abwehrsystem mit alternativen Mitteln gestützt werden darf, oder ob man damit nur noch mehr Schaden anrichtet. Die Argumente dagegen entstehen aus der Tatsache, dass bei Leishmanniose das Abwehrsystem eh schon sehr „durcheinander“ ist und es daher kontraproduktiv sein könnte, wenn Massnahmen ergriffen werden, die diesbezüglich „pushen“. Da es jedoch Studien gibt, dass das neue Medikament „Impromune“ Erfolge verzeichnen kann bei der Behandlung von Leishmaniose, haben meine Eltern , zusammen mit Dr. Graf, beschlossen, das Abwehrsystem auch damit zu unterstützen.


Da Walter Imker ist, bekomme ich auch feine Sachen von den Bienen, wie Honig und Propolis. Ich muss ja weiterhin Allopurinol in einer mittleren Dosierung schlucken und somit war Margrit nun gefordert, für mich eine purinarme und doch vollwertige Ernährung zusammenzustellen.


Ernährung ist immer individuell. Daher bietet das Leishmanioseforum eine individuelle Ernährungsberatung an für Leishmaniose Patient/innen..bzw. deren Besitzer. Die Ernährung ist aber in jedem Fall sehr wichtig bei der Behandlung von chronischen Krankheiten. Ich….natürlich wieder der Glückspilz, lebe in einer Familie, wo qualitativ gutes, gesundes, schmackhaftes Essen sehr gross geschrieben wird….auch für Vierbeiner. Meine Eltern bebauen einen Biogarten und Margrit ist eine fantastische Köchin. Wo überall Purine enthalten sind, kann man auch im Internet nachlesen. Purine im Futter können….zusammen mit Allopurinol ….zu Nieren-und Blasensteinen führen.


Es ist auf jeden Fall schwierig, ein Trockenfutter zu finden, das purinarm ist. Das heisst, ein wichtiges Kriterium ist, dass das darin enthaltene Fleisch möglichst Pouletfleisch ohne Haut ist und es dürfen keine Innereien zu dessen Herstellung verwendet werden. Man hat sich dann für das Trockenfutter von Dr.Jutta Ziegler, einer oesterreichischen, alternativ tätigen Tierärztin, entschieden. Dieses Futter ist auch in der Schweiz erhältlich. Wir, Cora und ich werden zweimal täglich gefüttert und mittags freuen wir uns immer sehr auf einen Kalbsknochen.(Für mich eigentlich eine kleine „Sünde“,weil nicht purinarm….aber Genuss muss ja auch noch sein.) Eine der Mahlzeiten besteht dann aus Trockenfutter, die andere wird frisch hergestellt.…mit Zusätzen. Das frische Futter besteht hauptsächlich aus Pouletfleisch ohne Haut und ohne Innereien, püriertem Gemüse und Früchten, sowie gekochtem Hafer. Als Zusätze werden alternierend OPC(Traubenkernextrakt), MSM (ein Schwefelpräparat gegen Schmerzen), Kokosfett und kalt gepresste Oele beigefügt. Auch bekomme ich zusätzlich noch die Schüsslersalze Nr.4,6,8,10..Die positive Wirkung der Schüsslersalze auf chronische Krankheiten wird oft unterschätzt, da sie so leicht erhältlich sind und viele Leute doch nicht genau wissen, oder wissen wollen, wie sie wirken.


Mit diesem Programmm nun hatte ich ein halbes Jahr Ruhe…. Danach war wieder eine Blutuntersuchunng angezeigt.


Die Resultate, ihre Interpretation durch verschiedene Fachleute und deren Folgen werden in einem fünften Kapitel beschrieben.

Dieses Kapitel wird dann jedoch meine „Chügeli-Tierärztin“ Frau Dr. Graf verfassen, da einige Ueberraschungen und zum Teil auch Verwirrungen dazu kommen, die einer fachlichen Interpretation bedürfen.

Also dann,bis später

Eure Blanca


Fortstzung folgt……

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