• Sibylle Von Burg

Zwei auf einen Streich: Schnüffelnase-Lucy und Schlawiner-Miguel


Als ich hörte, dass nun gleich zwei Gspändli gleichzeitig zu uns nach Hause kommen sollten, war ich total begeistert. Ein Mädchen und ein Junge, und dieser sollte sogar noch die gleiche Rasse wie ich haben.. Also beinahe zumindest..und dann sind wir alle noch fast im gleichen Alter, heiii, dachte ich mir, dies würde ein Spass werden!


Bei Ankunft der beiden war ich unheimlich nervös und zünftig gespannt was mich erwarten würde. Ob die Beiden mit mir spielen würden? Oder sich etwa gegen mich verbünden? Ob ich fortan doppelt auf meine Knochen, mein Fressen und meine Spielsachen aufpassen müsste?


Zu Beginn war mal alles wie gewohnt, sie kamen bei uns an, alles war natürlich unfassbar aufregend für die Zwei und das Meiste neu für sie: die Streicheleinheiten von Mami und Papi, ein weiches Bettchen, die feinen Guddis, sowie natürlich auch das Leine laufen oder auch die vielen Eindrücke beim Spazierengehen.


Miguel und ich spielten und hatten sofort viel Spass. Er konnte genau fühlen, was ich mochte und was nicht. Wir hatten die gleichen Wellenlänge. Dies genoss ich in vollen Zügen.


Die süsse Lucy, ja ich muss zugeben, die hat mir sehr gut gefallen, so ein schönes Mädchen! Sie war zu Beginn etwas schüchterner als Miguel. Sie interessierte sich zwar dafür, was wir zwei machten oder wo wir waren, aber teilnehmen an unseren Spielereien wollte sie nicht so richtig.


Ein paar Tage vergingen, beide gewannen an Selbstvertrauen, wussten langsam wie der Alltag bei uns aussieht und dann, wendete sich das Blatt plötzlich für mich…

Lucy und Miguel fanden zueinander. Nun war ich der, der zuschauen musste. Sie schliefen im selben Bettchen, spielten miteinander UND spielten Mami und Papi Streiche.


Uiuiui ja, an das erinnere ich mich noch als wär es gestern gewesen. Diesen einen Streich…


Mami und Papi gingen einkaufen. Ich kannte dies bereits, ich weiss sie gehen für etwa 30 Minuten aus dem Haus und kommen immer wieder zurück.

Doch die beiden wussten dies, so nehme ich an, wohl nicht. Es vergingen keine fünf Minuten, fingen sie an Unfug anzustellen:

Miguel fand es äussert lustig in der ganzen Wohnung seine Duftmarke zu setzen. Vielleicht dachte er, nun sei dies sein ur-eigenes Revier? Da schwante mir schon, ach herrje, wenn das Mami und Papi sehen werden……

Als die Wohnung dann vollumfänglich nach Miguel roch, interessierte er sich plötzlich für unseren Teppich: Fäden rausziehen, an ihm herum zu kauen etc.

Ich gestehe, dieser Gedanke kam mir auch schon oft, muss wirklich lustig sein. Jedoch war mir dies nicht so geheuer, denn Mami hat mit mir immer grad sofort geschimpft, wenn ich nur den kleinsten Versuch gestartet habe. Also verkroch ich mich besser in meiner Höhle und beobachtete das Ganz aus meinem Versteck.

Lucy hingegen fand am Spiel von Miguel auch Gefallen. Ich sah zu, wie sie nun zu zweit zupften und rissen. Faden um Faden, bis sie merkten, ah den kann man auch vom Boden lösen und darunter ist nochmals ein dünner Teppich. Nun ging es erst richtig los……

Doch plötzlich hörte ich den Schlüssel in der Tür, oho, dachte ich, jetzt gibt es Ärger. Die Tür ging auf und?! Papi und Mami kamen herein..Nein, eine freundliche Begrüssung war das nicht gerade. Sofort mussten die beiden Schlawiner in ihr Bettchen und auch dort bleiben. Ich blieb zur Sicherheit einfach auch mal in meiner Höhle und beobachtete nun Papi und Mami, wie sie die Unordnung wieder aufräumten. Diese Laute, die ich dabei hörte, kannte ich und sie signalisierten mir, dass sie nicht sehr erfreut waren.

Immer wieder mal mussten sie Miguel sagen, dass er nicht wieder an dem Teppich zu schaffen machen soll und dort nicht weiter spielen kann.

Lucy hingegen kapierte schnell, dass dies wohl kein Spiel sei und blieb brav neben mir in ihrem Bettchen liegen. Ich glaube aber, dies war beiden meiner Hundefreunden eine Lehre, denn nach dem Vorfall passierte sowas nie mehr…


Viele gemeinsame Tagen vergingen. Wir machten tolle Spaziergänge, übten an der Leine laufen und genossen unsere Spielereien auf den Feldern. Lucy liebte es besonders im Wald zu spazieren und über die Felder zu sausen – da blühte sie geradezu auf. Schnüffeln und Suchspiele war ihre Lieblings-

beschäftigung draussen. Schön war es mit ihr zu springen und zu tollen.


Dann kam der Tag, wo ich hörte wie Mami mit einem Herren telefonierte. Offenbar interessierte er sich für die schöne Lucy.


Von da an ging alles sehr schnell, die drei trafen sich auf einen Spaziergang. Mami kam schwärmend nach Hause und zwei Tage später durfte meine schöne Lucy bereits bei ihren neuen Besitzern einziehen. Zwei wunderbare, sehr liebe Männer hatten sich sofort in unsere Schönheit verliebt. Was ich natürlich verstehen kann, es ging mir ja genauso.

Sie bieten ihr ein super tolles Zuhause, sogar mit einer Spielwiese im Freien. Das hat meine Freundin wirklich verdient und ich mag ihr das von Herzen gönnen.


Also waren es noch Miguel und ich. Wir verbrachten die nächsten Wochen zu zweit mit Mami und Papi, übten weiter und Mami suchte auch nach einem tollen Zuhause für meinen Kumpel.

Dann nach etwa weiteren zwei Wochen kam Miguels Chance. Wieder hörte ich Mami freudig telefonieren und auch dieses Mal gab’s einen Spaziergang ohne mich. Danach kam Miguel nicht mehr zu uns zurück. Mami schwärmte mir vor, in was für ein schönes Einfamilienhaus mit Garten Miguel hätte ziehen dürfen, zu einem hundeerfahrenen, sehr liebevollen Ehepaar, das mit ihm regelmässig nach Frankreich in die Ferien reise! Wow, 3000 qm hat er dort für sich zum spielen. Auch er hat nun seine Familie gefunden und darf glücklich und zufrieden sein.


Die schöne Lucy durfte ich bereits wieder auf einen Spaziergang treffen und wir verbrachten einen ganz lässigen Nachmittag zusammen. Ich weiss nun, dass sie bestens aufgehoben ist und sie ihre Familie richtig ins Herz geschlossen hat. Ich hoffe, dich bald wieder zu sehen, liebe Lucy…


Von meinem Schlawiner- Kumpel Miguel habe ich Nachrichten erhalten, er geniesse seine Aufenthalte in Frankreich und den Garten in der Schweiz. Lerne sehr viel und schnell. Geniesse die Schmusestunden mit seinen Besitzern und freue sich immer über die Besuche deren Enkel-Tochter. Hoffentlich sehe ich dich auch bald mal wieder auf einen Spaziergang, bei dem wir zusammen tollen und springen können. Aber ganz wunderbar, dass auch du, liebe Miguel, in deiner Familie angekommen bist.


Auf jeden Fall wünsche ich euch, meinen beiden Freunden, weiterhin alles Liebe und Gute bei eueren lieben Besitzern. Euer Kumpel Max

#featured #maxstory #Blogdog

Adresse

Stiftung vergessene Hunde
Grabenwiese 91
CH - 8484 Weisslingen

Kontakt

E-Mail

Kontodaten

Konto Nr.  0879-1682274-81    
SWIFT CRESCHZZ80A
IBAN Nr. CH57 0483 5168 2274 8100 0

Folgen Sie uns

© 2020 by Stiftung vergessene Hunde