• Sibylle Von Burg

EINE REISE INS GLÜCK (von PATITO)

Sehr erfreut! Mein Name ist Patito ( und das heisst übersetzt: Entlein – bitte nicht lachen!!! )


An meine Vergangenheit kann ich mich nicht wirklich erinnern – dem Erzählen nach soll ich ausgesetzt, von einem Auto angefahren und dann mit Glück im Unglück, aber gebrochener Hüfte, in die Perrera de Los Barrios gebracht worden sein. Ein Tierheim, ganz tief im Süden von Spanien, in dem über 300 Hunden eine Bleibe gefunden haben. Meine Hüfte ist ohne OP wieder zusammen gewachsen; in den Zwingern im Tierheim kann Hund sich ja auch nicht gross bewegen.


Sicherlich können Sie sich vorstellen, dass es nicht immer ganz einfach ist unter so vielen Fellnasen. Auch wenn die freiwilligen Helfer sich die grösste Mühe geben, uns ab und zu mit Streicheleinheiten zu verwöhnen und lieb mit uns sind, ersetzt es doch kein Zuhause. Ich wurde dort als sehr gut sozialisierter und freundlicher Hund wahrgenommen und so standen meine Chancen auf ein Für-Immer-Zuhause gar nicht so schlecht. Und tatsächlich….. an Ostern war es für mich soweit! Ich durfte mein Köfferchen packen und los ging’s Richtung Norden!


Bereits schon ein paar Wochen vor der endgültigen Abreise in die Schweiz durfte ich in eine Hundepension umziehen. Dort war es bereits viel schöner als in Los Barrios und es kam mir vor, als hätte ich den Himmel auf Erden erreicht. Dass es noch viel besser kommen würde, damit hätte ich niemals gerechnet oder auch nur davon zu träumen gewagt.


Tatsächlich, eines Tages wurde ich „ schön“ gemacht, gekämmt, meine Öhrchen wurden geputzt, all meine Papiere genauestens kontrolliert. Dann wurde ich nochmals zum Tierarzt gebracht, geröntgt um sicher zu gehen, dass meine Hüfte wirklich in Ordnung war…… und dann, dann kam DER TAG!


Ein Bus fuhr vor, der spanische Amtstierarzt kontrollierte unser Aussehen und unsere Pässe, und wir wurden verladen. Hmmmm wieder ein Ortswechsel?…. Das Ganze war mir schon nicht ganz geheuer, und ich wusste nicht, ob ich mich freuen oder fürchten sollte. Es waren ca. 20 Hunde in einzelnen Boxen, einige sehr nervös, andere verängstigt und einige auch ziemlich relaxt.

Zärtliche Hände streichelten mich, was mir Hoffnung gab, dass ich nichts zu befürchten hätte. Leise, sanfte Worte klangen an mein Ohr und wenn ich auch nicht verstand, was mit erzählt wurde, fühlte es sich gut an und ich lag ziemlich entspannt in meiner Box und harrte der Dinge, die da auf mich zukommen sollten. Dass es eine Reise in Freiheit und unendliches Glück werden sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.


Viele Stunden später – als die Autotür aufging, standen Menschen da, mit strahlenden Gesichtern einerseits, mit Tränen in den Augen andererseits….. Ich war der Erste, der ausgeladen wurde und ehe ich mich versah, schlangen sich Arme um mich, wurde ich geherzt und geknuddelt…… Ich konnte mein Glück nicht fassen und wollte sofort zeigen, dass ich mich unendlich über diesen tollen Empfang freute, indem ich der Frau, die mich so liebevoll begrüsste, ihr Gesicht ableckte, an ihr hochsprang und ihr damit sagen wollte, dass ich mich sofort unsterblich in sie verliebt hatte. Ja, klar, der Mann, der auch dort stand und sich ganz offensichtlich ebenfalls freute, mich zu sehen, fand ich auch ganz toll.


Alle lachten und waren fröhlich und so packte mich der Uebermut und ich konnte gar nicht damit aufhören, fröhlich rum zu wedeln und an meiner neuen Menschenfreundin hoch zu springen.

Dann ein paarmal hoch das Bein, und weiter ging die Reise….. Rein in ein anderes Auto, wo es mir sofort sauwohl war.


Ich spürte, dass die zwei Menschen, die mir so einen grossartigen Empfang beschert hatten, sehr glücklich waren und eine innere Stimme sagte mir, dass dies meinetwegen so war. Seltsam, nie vorher in meinem Leben gab mir ein Mensch das Gefühl, besonders willkommen zu sein, geschweige denn, ihn auch noch glücklich zu machen. Ich sag Ihnen, dass war ja wohl eine unglaubliche Erfahrung.


In der mit so viel Liebe getränkter Atmosphäre, konnte ich mich sofort entspannen und döste auf der Fahrt in mein neues Zuhause friedlich vor mich hin.


Dort angekommen erwartete mich mein eigenes, weiches Bettchen, Kuscheltiere und ein grooooosser Fressnapf! Und das Allerbeste daran: es war kein schöner Traum gewesen, sondern pure Wirklichkeit! Ja, ich bin in meinem Paradies auf Erden angekommen.


Ich werde täglich mit kurz gehaltenen Spaziergängen verwöhnt – das um meine Muskulatur langsam und schonungsvoll aufzubauen – erhalte feines Fressen und gaaaaanz viel Zuneigung. Jedes Mal, wenn meine neuen Menschenfreunde etwas von mir wollen, das ich zu ihrer Zufriedenheit erfüllen konnte, gibt’s feine Goodies. Mmmm, ist das nicht herrlich? Und so gebe ich mir natürlich grosse Mühe alles richtig zu machen und ihnen zu gefallen. Aber nicht nur der Leckerli Willen, sondern weil ich meine Menschenfreunde so sehr lieb habe. So habe ich mir dann auch meine Hochspringattacken schnell abgewöhnt. Ich bin ihr „the one and only“ und gedenke dies auch den Rest meines Lebens zu bleiben.

Na ja, da ist noch dieser kleine Wirbelwind Wilco…… doch auch ihn habe ich bereits ins Herz und mit ihm Freundschaft geschlossen. Zusammen machen wir die Gegend unsicher. Sie nennen uns die zwei „Schlitzohren„. Von mir aus können sie uns so nennen wie sie wollen, Hauptsache, sie haben uns lieb.


Im Moment fällt es mir noch schwer, alleine zu bleiben und ich fürchte mich davor, wenn meine Menschen den Raum verlassen, dass sie nicht wieder zurück kommen könnten und ich dieses wunderbare Leben verlieren müsste. Ich muss dann jeweils einige Minuten ganz schlimm weinen. Kann mich dann aber doch auch wieder beruhigen. Denn irgendwie kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass diese wundervollen Menschen mich je wieder alleine lassen würden. Ja, sie kommen immer wieder und eines Tages werde ich darauf auch voll vertrauen können.


Gerne werde ich Euch weiter von meinen Abenteuer in meiner neuen Heimat erzählen. Bis dann, verabschiede mich für heute mit einem zärtlichen Schlabberschläck,

Euer Patito

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